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DARZ: Maßgeschneiderter Brandschutz für Hochsicherheits-Rechenzentrum

22.05.2015

Die 2010 gegründete DARZ GmbH bietet in ihrem Darmstädter Rechenzentrum als Full-IT Service Provider Colocation/Housing, Managed Services und andere Datacenter-Dienstleistungen in einem ungewöhnlichen Ambiente auf höchstem Qualitäts- und Sicherheitsniveau an. Das Rechenzentrum befindet sich im ehemaligen Tresorgebäude der Hessischen Landesbank und weist die wahrscheinlich höchste bauseitige Sicherheitsstufe aller Rechenzentren in Deutschland auf: Das in den späten 1980er errichtete zentral gelegene Gebäude mit seiner auffälligen weißen Fassade beherbergte von 1988 bis 2005 die Gold- und Bargeldreserven der Hessischen Landeszentralbank. Mit der Errichtung einer hochwertigen Datacenter-Infrastruktur (TÜV Level III+/Tier 3+) wollte die DARZ GmbH die Darmstädter IT-Landschaft abrunden – getreu ihrem Motto: „Daten sind mehr wert als Gold!“ Das Gesamtkonzept in punkto Green-IT mit indirekt freier Kühlung wurde bereits mit dem Deutschen Rechenzentrumspreis 2015 in der Kategorie „Gesamtheitliche Energieeffizienz im Rechenzentrum“ prämiert.

Das Brandschutzkonzept

Für den IT-Bereich eignen sich gasförmige Löschmittel, die rückstandsfrei einen Brand effizient bekämpfen. Stickstoff als inertes Gas verdrängt bei Einleitung in den Löschbereich den Sauerstoff, sodass dieser nicht mehr ausreicht, um einen Brand zu nähren. Als natürlicher Bestandteil unserer Atemluft (78 Vol.-%) ist Stickstoff nicht toxisch und weist eine ähnliche Dichte wie Luft auf. Eine Bevorratung in Löschflaschenbatterien ist einfach und platzsparend zu realisieren. Im Löschfall verteilt sich der Stickstoff schnell und homogen im Raum – ohne sichtbehindernden Nebel oder Rückstände. Aus diesen Gründen wurde für das Darmstädter Rechenzentrum eine FirExting®-Gaslöschanlage von WAGNER auf Stickstoffbasis realisiert.

Das Schutzkonzept von WAGNER reicht aber noch einen Schritt weiter: Gaslöschanlagen müssen, um einen Brand binnen kürzester Zeit effektiv und sicher zu löschen, das Löschgas mit hohem Druck in den zu schützenden Bereich fluten. So kam es bei konventionellen Stickstofflöschanlagen in der Vergangenheit vor, dass das schnelle Einströmen des Gases durch die Löschdüsen einen Schalldruck von über 130 dB(A) erzeugte und erhebliche Schäden an Festplatten durch Vibration verursachte. Häufig können dabei die indirekten Schäden viel gravierender als der Brandschaden selbst sein – nicht nur in Form von vorübergehenden Server-Ausfallzeiten, sondern auch in Bezug auf Datenbeschädigungen bis hin zum Verlust. Dieses Problem hat WAGNER durch den Einsatz von speziell entwickelten Schalldämpfern (FirExting SILENT mit VdS-Geräteanerkennung) gelöst, die den Schalldruck auf ca. 98 dB(A) verringern.

Um Druckspitzen zu Beginn des Löschvorgangs zu minimieren, wurden an den Löschmittelflaschen Durchflussregler angebracht. Durch diese Softflutungseinrichtung verringert sich auch die Größe der erforderlichen Druckentlastungsöffnungen erheblich. Somit konnten die Druckentlastungen der gesamten Löschbereiche des ersten Untergeschosses des DARZ über nur ein bauseitiges F90-Kanalsystem realisiert werden. Die gesamte Druckentlastung für das erste Untergeschoss benötigt nur eine Öffnung ins Freie.

Im hermetisch abgedichteten Tresorraum des DARZ setzt man auf eine aktive Brandvermeidung durch Sauerstoffreduzierung. Das patentierte System OxyReduct® von WAGNER generiert aus der Umgebungsluft Stickstoff, führt diesen über die Lüftungsanlage in den Schutzbereich ein und senkt dort kontinuierlich den Sauerstoffanteil im Tresorraum auf eine stark brandhemmende Atmosphäre ab. Bei 15,9 Vol.-% Sauerstoff ist die Entzündungsgrenze typischer IT-Materialien unterschritten, und ein Brand kann sich nicht mehr entwickeln bzw. ausbreiten.

Der Clou

Möglichst rasch das VdS-Zertifikat zu erhalten, war für die DARZ GmbH ein wichtiges Ziel, das mit der Lösung von WAGNER problemlos erreicht wurde. Die für ein Rechenzentrum wohl einzigartige Bausubstanz machte das DARZ aber auch für den Projektleiter von WAGNER zu etwas Besonderem. Michael Leibner, Niederlassungsleiter Frankfurt, erinnert sich: „Arbeiten in schusssicherem Spezialbeton hatten wir bisher noch nie vorgenommen. Die erforderlichen Bohrungen in diesem extrem harten Material sind eine echte Belastungsprobe für die gesamte Ausrüstung. Zudem muss man mit größter Vorsicht vorgehen. Unter diesen Umständen die Zeitpläne einzuhalten, war schon eine Herausforderung.“ Im Juli 2014 nahm das Darmstädter Rechenzentrum seinen planmäßigen Betrieb auf.

Christin Passchier

Kommunikation / PR
Tel. +49 511 97383 217
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